Hannover (ots) - Sie regeln die Stromversorgung und den Verkehr, sie entscheiden über unsere Kreditwürdigkeit, sie schlagen uns Bücher
vor, die uns gefallen könnten, sie steuern Produktionsprozesse und
suchen den passenden Partner: Algorithmen unterfüttern weite Teile
unseres Lebens. Das Telepolis-Buch "Die berechnete Welt", das jetzt bei
Heise erschienen ist, hinterfragt, ob Algorithmen die Herrschaft über
unsere Welt übernommen haben und beleuchtet neben den vielgepriesenen
Vorzügen auch die Schattenseite der digitalen Revolution.
Algorithmen,
jene schrittweise in einer bestimmten Reihenfolge ausführbaren
Anweisungen zur Lösung (mathematischer) Probleme, versprechen
Transparenz, Kontrolle und eindeutige Ergebnisse. "Wo einst gesunder
Menschenverstand auf Basis von Beobachtungen und Erfahrungen Schlüsse
zog, bedienen sich heute Algorithmen der schieren Masse an
eingesammelten Daten", schreibt Autorin Nora Stampfl. Doch bleibt die
Welt nicht dennoch unberechenbar? Oder stellen längst Algorithmen die
Weichen für unser Leben? Wer ist im Verhältnis von Technik
und Mensch Diener, und wer ist Herr? Welchen Preis bezahlen wir für
Dienstfertigkeit und Nutzen der Technik? Und ist dieser Preis immer
offenkundig?
Auf dem Weg in die digitale Zukunft stehen wir heute
an einer entscheidenden Weggabelung: Obwohl die Errungenschaften der
digitalen Revolution natürliche Verbündete der Freiheit sind, stehen in
jüngster Zeit Informatisierung und Technisierung unserer Welt dem
ursprünglich verfolgten Freiheits- und Demokratisierungsgedanken immer
häufiger entgegen. Algorithmen übernehmen zunehmend die Herrschaft, sie
schränken die menschliche Willens- und Handlungsfreiheit ein, indem sie
Verhalten auf vorbestimmte Bahnen zwingen. In "Die berechnete Welt"
zeichnet Nora Stampfl ein Bild der neuen Beschränkungen des digitalen
Lebens und erkundet, wie Technik unsere Interaktionen mit der Welt
verändert.
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