Mittwoch, 28. August 2013

Telepolis-Buch über den wachsenden Einfluss von Algorithmen Die Herrscher über das moderne Leben

Hannover (ots) - Sie regeln die Stromversorgung und den Verkehr, sie entscheiden über unsere Kreditwürdigkeit, sie schlagen uns Bücher vor, die uns gefallen könnten, sie steuern Produktionsprozesse und suchen den passenden Partner: Algorithmen unterfüttern weite Teile unseres Lebens. Das Telepolis-Buch "Die berechnete Welt", das jetzt bei Heise erschienen ist, hinterfragt, ob Algorithmen die Herrschaft über unsere Welt übernommen haben und beleuchtet neben den vielgepriesenen Vorzügen auch die Schattenseite der digitalen Revolution.

Algorithmen, jene schrittweise in einer bestimmten Reihenfolge ausführbaren Anweisungen zur Lösung (mathematischer) Probleme, versprechen Transparenz, Kontrolle und eindeutige Ergebnisse. "Wo einst gesunder Menschenverstand auf Basis von Beobachtungen und Erfahrungen Schlüsse zog, bedienen sich heute Algorithmen der schieren Masse an eingesammelten Daten", schreibt Autorin Nora Stampfl. Doch bleibt die Welt nicht dennoch unberechenbar? Oder stellen längst Algorithmen die Weichen für unser Leben? Wer ist im Verhältnis von Technik und Mensch Diener, und wer ist Herr? Welchen Preis bezahlen wir für Dienstfertigkeit und Nutzen der Technik? Und ist dieser Preis immer offenkundig?

Auf dem Weg in die digitale Zukunft stehen wir heute an einer entscheidenden Weggabelung: Obwohl die Errungenschaften der digitalen Revolution natürliche Verbündete der Freiheit sind, stehen in jüngster Zeit Informatisierung und Technisierung unserer Welt dem ursprünglich verfolgten Freiheits- und Demokratisierungsgedanken immer häufiger entgegen. Algorithmen übernehmen zunehmend die Herrschaft, sie schränken die menschliche Willens- und Handlungsfreiheit ein, indem sie Verhalten auf vorbestimmte Bahnen zwingen. In "Die berechnete Welt" zeichnet Nora Stampfl ein Bild der neuen Beschränkungen des digitalen Lebens und erkundet, wie Technik unsere Interaktionen mit der Welt verändert.

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