In einem der größten Wattgebiete der britischen Inseln, der Morecambe Bay, ereignete sich am 5. Februar 2004 ein tödlicher Vorfall. Das Naturparadies im Nordwesten Englands zeichnet sich durch häufig auftretende Nebelschwaden, ein Labyrinth von Prielen und einer schnell ankommenden Flut aus. Die tödliche Gefahr liegt dort jedoch im Boden. Genauer gesagt, im Sand.
Am 5. Februar kehrten von rund 40 Muschelsammlern nur 15 Menschen lebend zurück. Die Erde auf der sie wanderten, wurde ihnen zum Verhängnis. Über die Hälfte der Menschen blieben im Treibsand der Morecambe Bay stecken und konnten sich nicht mehr befreien. Zwar versanken sie nicht gänzlich, aber so tief, dass sie der nahenden Flut nicht mehr entkommen konnten. Auch die über das Handy gerufene Polizei kam für die meisten der Steckengebliebenen zu spät. Nur einen konnten sie noch aus dem Treibsand befreien. 14 konnten sich selbst retten. Die übrigen ertranken oder starben an Unterkühlung im eiskalten Wasser.
Im Treibsand versinkt man nicht vollständig. Man sinkt in die scheinbar feste Oberfläche des Treibsandes ein, deren eigener Auftrieb aber dem kompletten Absinken entgegenwirken. Auch sind die Treibsandschichten oft nur einige Dezimeter dick. Treibsand kommt nicht nur in Wattgebieten vor, sondern auch in Flüssen, Seeufern oder Kiesgruben.
Treibsand ist wassergesättigtes, locker gelagertes Sediment. Erst unter der Last eines Menschen verwandelt er sich in ein Gemisch aus Wasser und Sandkörnern, aus dem man sich nur schwerlich befreien kann. Er weist ein Gefüge auf, das aus bis zu 70% mit Wasser gefüllten Poren besteht. Bei Belastung wird das Wasser freigesetzt und verbindet sich mit den umliegenden Sandkörnern zur tödlichen Falle.
Wer im Treibsand versinkt sollte sich möglichst wenig bewegen. Je mehr man mit den Beinen strampelt desto schneller versinkt man in der sandigen Masse.
Montag, 9. September 2013
Mittwoch, 4. September 2013
Die buddhistische Tempelanlage von Borobudur
| Die buddhistische Tempelanlage von Borobudur. (Bild: Absteiger / pixelio.de) |
Baubeginn war um das Jahr 800. Gebaut wurde die Anlage auf einem natürlichen Hügel. Das Bauwerk hat ein quadratisches Fundament, ähnlich einer Pyramide, und zeichnet sich durch eine Seitenlänge von 123 Metern aus. 1460 große figürliche Bildreliefs zeigen Szenen aus dem Leben das Gautama Buddha und aus Bereichen der Schiffsbaukunst, Musik und Alltag.
Nach dem Bau wurde die Tempelanlage nur kurze Zeit genutzt und geriet in Vergessenheit. Erst 1814 wurde der Tempelberg von einem englischen Kolonialbeamten wiederentdeckt. Trotzdem dauerte es noch fast hundert Jahre bis 1907 die ersten Restaurierungsmaßnahmen stattfanden. Es folgten weitere Aufbauarbeiten, auch unter Aufsicht der UNESCO, die die Tempelanlage 1991 auch zum Weltkulturerbe ernannte. 1984 fand der Staatsakt zum Abschluss der Restaurationsarbeiten statt.
Heute wird die Tempelanlage nur noch als Touristenattraktion genutzt, da Indonesien überwiegend muslimisch ist. Dennoch ist sie bis heute ein Symbol für den Mahayana Buddhismus und Pilgerstätt für Buddhisten.
Freitag, 30. August 2013
Die Moréta-Klöster Griechenlands
| Ein schwer zu erreichendes Kloster. (Bild: Bine72 / pixelio.de) |
Auf den weit in den Himmel ragenden Felsen gibt es laut Überlieferungen seit dem 9. Jahrhundert Einsiedeleien, die sich später zu Klöstern zusammenschlossen. Ab dem 14. Jahrhundert wurde das erste Kloster gegründet. Ab dem 16. Jahrhundert befanden sich bereist zwei Dutzend solcher Klöster auf den schwer zu erreichenden Felsen. Diese gehören heute zum UNESCO-Weltkulturerbe.
Durch den erschwerten Zugang boten die Klöster nicht nur deinen Rückzugsort für das Klosterleben und die völlige Hinwendung zu Gott. Sie waren auch ein natürlicher Schutz gegen Räuber. Wenngleich es dort wohl nicht viel zu holen gegeben hätte. Baumaterial und Nahrungsmittel konnten nur über Leitern oder Flaschenzüge auf die Felstürme geschafft werden.
Der außergewöhnliche Ort für die Klöster und die nahezu unmögliche Erreichbarkeit sind aber auch der Grund dafür, dass heute die meisten der Anlagen nicht mehr genutzt werden. Heute sind nur noch 6 der Klöster von Mönchen oder Nonnen bewohnt. Mit der einstigen Ruhe ist es jedoch auch vorbei. Die Felsen sind ein Touristenmagnet geworden. Auch weil die Erreichbarkeit heute durch in den Fels gehauene Treppen nicht mehr ganz so beschwerlich ist wie noch im 16. Jahrhundert.
Die Nonnen und Mönche haben sich allerdings auch mit den Touristen arrangiert. Es gibt mittlerweile kleine Touristenläden für Andenken. Die Einsiedler sind also gar nicht mehr so einsiedlerisch und leben auch nicht mehr nur vom Brot allein.
Auf die Kleidung ist bei einem Besuch allerdings strikt zu achten. Shorts oder Röcke sind nicht erlaubt.
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