München (ots) - Das Internet,
wie wir es kennen und nutzen, mutet beschaulich und klein an -
verglichen mit seiner dunklen Seite, dem Darknet. Der Weg in diese
digitale Unterwelt führt nicht über normale Suchmaschinen und Browser.
Eher erinnert der Eintritt in die virtuellen Abgründe an Geheimlogen -
man sollte schon Eingeweihte kennen oder selbst etwas anbieten, das
interessant oder illegal ist.
Wie die Zeitschrift WUNDERWELT WISSEN
(Ausgabe 8/2013, ab heute im Handel) berichtet, gibt es hier alles, was
es im normalen Web nicht gibt: Drogen, Hackerdienste,
Kreditkarteninformationen, Waffen, Chemikalien, Falschgeld und übelste
Pornografie. Verkäufer und Käufer hinterlassen nicht wie üblich Spuren
durch ihre IP-Adresse, sie genießen Anonymität.
"Das sogenannte
Darknet stellt den wesentlich umfangreicheren Teil des World Wide Web
dar. Es verhält sich wie mit einem Eisberg: Alles, was über der
Oberfläche zu sehen ist, ist das Internet, alles unterhalb der
Wasserfläche ist das Darknet", sagt Ronald Schulze, Geschäftsführer des
IT-Expertenkreises beim Bund Deutscher Kriminalbeamter. Natürlich gibt
es im digitalen Untergrund nicht nur Sex and Crime. Ursprünglich ist das
Netzwerk
entstanden, um politisch Unterdrückten und Regimekritikern in Staaten
wie Afghanistan, China oder Iran die Möglichkeit zu geben, sich sicher
und vor Repressionen geschützt zu vernetzen und politische Aktionen zu
starten. Doch damit zog das "Deep Web" oder "Hidden Web" genannte Netz
auch Spinner, Dubiose und Kriminelle an.
Reger Verkehr herrscht
auf der "Silk Road", sozusagen dem Amazon für illegale Ware. In
erschlagender Menge gibt es auf diesem Schwarzmarkt von Ecstasy über
LSD, Heroin, Kokain, halluzinogenen Pilzen bis zu Psychopharmaka alles
Erdenkliche. "Hauptproblem ist, dass der Content des Darknets von den
klassischen Suchmaschinen, wie etwa Google, nicht erfasst wird - er ist
einfach nicht greifbar", sagt Schulze. Illegale Informationen und deren
Urheber in diesem riesigen anonymen Speicherplatz ausfindig zu machen,
nennt er "die größte Herausforderung für Strafverfolgungsbehörden".
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